Jahreshauptversammlung der Feuerwehren: Dank, Ehrungen und klare Forderungen für mehr Sicherheit
Bei der Jahreshauptversammlung der sechs Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde Lühe im Hollerner Hof standen Dank, Anerkennung und zugleich deutliche Worte zur zukünftigen Ausstattung und Sicherheit der Einsatzkräfte im Mittelpunkt.
Samtgemeindebrandmeister Jens Kuck nutzte die Versammlung, um auf notwendige Investitionen in Fahrzeuge, Gerätehäuser und Infrastruktur hinzuweisen. Insbesondere die Feuerwehrhäuser in Neuenkirchen und Hollern entsprechen nach seinen Worten nicht mehr den Vorgaben der Feuerwehrunfallkasse. Auch der Fuhrpark ist in Teilen deutlich in die Jahre gekommen: Viele Fahrzeuge sind über 20 Jahre alt. Weitere Ersatzbeschaffungen seien daher dringend erforderlich — unter anderem für Einsatzleitwagen, Mannschaftstransporter sowie ein Tanklöschfahrzeug. Das Einsatzboot der Ortsfeuerwehr Grünendeich stammt sogar aus dem Jahr 1988 und soll perspektivisch ersetzt werden.
Trotz der Herausforderungen bekannte sich Samtgemeindebürgermeister Timo Gerke klar zum Erhalt aller sechs Feuerwehrstandorte in der Samtgemeinde. Das Gerätehaus in Mittelnkirchen ist bereits fertiggestellt, für Neuenkirchen sind umfangreiche Umbaumaßnahmen geplant. Auch weitere Investitionen sind im Haushalt vorgesehen — unter anderem für Planungskosten in Hollern sowie für ein neues Einsatzboot, das 2027 geliefert werden soll. Ebenfalls bestellt wird ein neues mittleres Löschfahrzeug für die Ortsfeuerwehr Neuenkirchen.
Insgesamt engagieren sich derzeit 287 Feuerwehrleute — darunter 33 Frauen — in den Ortsfeuerwehren Hollern-Twielenfleth, Grünendeich, Steinkirchen, Mittelnkirchen, Guderhandviertel und Neuenkirchen. Besonders erfreulich ist die Entwicklung im Nachwuchsbereich: 79 Kinder und Jugendliche sind in den Jugendfeuerwehren aktiv und sichern langfristig die Einsatzbereitschaft.
Das vergangene Jahr war geprägt von zahlreichen Einsätzen. 2025 rückten die Wehren zu 141 Einsätzen aus. Bei 17 Reanimationseinsätzen mit Defibrillatoren konnten elf Menschenleben gerettet werden. Zu den schwersten Einsätzen zählten der Großbrand im August in Bassenfleth, bei dem ein Bewohner später seinen Verletzungen erlag, sowie ein schwerer Verkehrsunfall im November in Huttfleth.
Neben Einsatzgeschehen und Ausstattung spielte auch die Würdigung des Ehrenamtes eine zentrale Rolle. Zahlreiche Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden wurden für besondere Leistungen geehrt oder befördert. Besonders bewegend war die Ehrung von Günter Hamann aus Bassenfleth für 70 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr — eine außergewöhnliche Lebensleistung im Dienst der Gemeinschaft.
Eine besondere Überraschung gab es zudem für Samtgemeindebürgermeister Timo Gerke selbst: Für seinen Einsatz während des Weihnachtshochwassers 2023 wurde er mit der Hochwasser-Ehrennadel des Landes Niedersachsen ausgezeichnet. Diese Auszeichnung würdigt die enge Begleitung der Einsatzkräfte über die gesamte Dauer der Lage hinweg.
Sorgen bereitet den Verantwortlichen neben der Ausstattung auch die Sicherheit der Einsatzkräfte sowie der Polizei vor Ort. Gemeinsam mit Gemeindebrandmeister Kuck sprach sich der Bürgermeister für eine personelle Verstärkung der Polizeistation in Steinkirchen aus. Der derzeit allein eingesetzte Dorfpolizist Torben Kubik sei angesichts steigender Einsatzzahlen und gefährlicher Situationen dringend auf Unterstützung angewiesen.
Die Jahreshauptversammlung machte deutlich: Die Feuerwehren der Samtgemeinde Lühe leisten unverzichtbare Arbeit für die Sicherheit der Bevölkerung. Gleichzeitig sind kontinuierliche Investitionen, Nachwuchsarbeit und politische Unterstützung notwendig, damit dies auch in Zukunft gewährleistet bleibt.
„Gott schütze unsere Feuerwehren“ — mit diesen Worten endete die Versammlung, begleitet von langanhaltendem Applaus für die Einsatzkräfte.
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Jahreshauptversammlung FFW (DI, 24. Februar 2026)


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