Ende 1999 begann das Vorgehen zur Bewerbung zur Anerkennung des Alten Landes zum Welterbe der UNESCO.

Vorerst arbeitete eine Arbeitsgruppe aktiv daran, dass Verfahren voranzutreiben, bis 2008 der Verein zur Anerkennung des Alten Landes zum Welterbe der UNESCO e.V. gegründet wurde. Der Verein übernahm dann die Vorbereitung der formellen Bewerbung des Alten Landes auf der Grundlage der UNESCO-Richtlinien. Die Samtgemeinde Lühe und die Gemeinde Jork beschlossen Ende 2011 der Bewerbung des Alten Landes zu zustimmen und diese beim Land Niedersachsen einzureichen. Das Land Niedersachsen gab im Juni 2012 bekannt, dass das Alte Land als niedersächsischer Kandidat für die deutsche Tentativliste gemeldet wird.

Seit der offiziellen Ernennung des Alten Landes als niedersächsischer Kandidat für die Anerkennung zum Welterbe der UNESCO wurden Veranstaltungen durchgeführt, Gespräche auf politischer Ebene geführt und viel Initiative gezeigt, um die Bewerbung voranzutreiben.


Damit weitere Planungen gemeinschaftlich vorangetrieben werden, wurde eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern der Gemeinde Jork, der Samtgemeinde Lühe und dem Welterbe Verein gegründet. Ziel dieser Gruppe ist es ein Regionalmanagement einzurichten, um eine Netzwerkarbeit für den Kulturraum des Alten Landes unter Einbeziehung aller Akteure einzuleiten. Bereits am 25.06.2013 wurde die Konzeptidee in einer gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Kultur der Gemeinde Jork und des Ausschuss für Kultur und Tourismus der Samtgemeinde Lühe vorgestellt.



Was macht das Alte Land als Welterbe aus?
Das Alte Land repräsentiert eine einzigartige im 12. und 13. Jahrhundert planmäßig gestaltete, lineare Kulturlandschaft, bis heute noch wahrnehmbar und prägend.

Die Landschaft ist Zeugnis einer Urbarmachung von Moor- und Sietlandschaft durch die holländische „Cope“- Kultivierung (Zwölf- und Siebenvoorlingen). Sie wird geprägt von Streifenparzellierungen, linearen Siedlungen, Altländer Haus- und Hofformen, wasserbaulichen Strukturen mit Deichen, Entwässerungssystemen, Wettern, Vorflutern und Schöpfwerken.

Das Alte Land ist auf europäischer Ebene eindeutig eine abgrenzbare historische Kulturlandschaft von besonderer Eigenart mit geschützten Denkmälern und historischen Kulturlandschaftselementen

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Vereins für die Anerkennung des Alten Landes zum Welterbe der UNESCO e.V.

08.12.20 Wie geht es weiter?

Die nächste Frist steht am 31.03.2021 an. Bis dahin müssen sich niedersächsische Städte, Gemeinden oder Regionen beim Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur in Hannover bewerben, um die Aufnahme auf die bundesdeutsche Vorschlagsliste für die UNESCO zu erreichen.

Aus den eingereichten Bewerbungen wird Niedersachsen nach fachlicher Prüfung anhand der UNESCO-Kriterien zwei Kandidaten benennen und diese im nächsten Schritt im Oktober 2021 der Kultusministerkonferenz auf bundesdeutscher Ebene zur Auswahl vorlegen. Dort wird der Prozess noch längere Zeit bis 2023 dauern, aber die erste Frist für uns am 31.03.2021 steht demnächst bevor.

Die Samtgemeinde Lühe, die Gemeinde Jork und unser Welterbeverein erarbeiten derzeit ein Bewerbungskonzept für diesen Weg. Mit diesem Schritt wurde kürzlich gemeinschaftlich von den beiden Altländer Kommunen ein Fachbüro beauftragt.

Das Bewerbungskonzept wird sich genau an den fachlichen Empfehlungen ausrichten, die das Alte Land im Herbst 2016 konkret vom Land Niedersachsen erhalten hat. Dass auf dieser Grundlage weiter an einer Bewerbung gearbeitet werden soll, haben die Räte der Samtgemeinde Lühe und der Gemeinde Jork im Sommer 2017 beschlossen.

Da sich das Alte Land seitdem auf diesem Weg befunden hat und vor allem mit dem Hollerweg-Projekt 2019 eine ganz wichtige Grundlage für eine weitere Bewerbung geschaffen hat, startet die jetzige Bearbeitung nicht bei Null. Deshalb kann unser Fachbüro auf dem bisher Erreichten den Konzeptvorschlag trotz dieser engen Zeitschiene fundiert erarbeiten.

Ab Mitte Februar 2021 geht dieser anstehende Bewerbungsvorschlag in die öffentlichen Beratungen beider Räte, die gemeinsam mit dem Welterbeverein geführt werden. Parallel wird der Landkreis Stade beteiligt. Darauf aufbauend stehen Anfang März abschließende Diskussionen im Gemeinderat an. Dort wird kommunalpolitisch entschieden, ob auf den erarbeiteten Grundlagen eine Bewerbung in Hannover für die Aufnahme in die nächste deutsche UNESCO-Vorschlagsliste tatsächlich abgeben wird.

Da es sich inhaltlich um ein neues Verfahren handelt, sind erneute Entscheidungen der Räte nötig. Diese fordert auch das Ministerium ein.

Und eine Entscheidung in Richtung einer potentiellen Welterberegion stellt mit ihren Wirkungen eine enorme Bedeutung für die zukünftige strategische Gemeindeentwicklungsplanung dar. Hierzu ist ein vorheriger Abwägungsprozess auf kommunaler Ebene eine wichtige Voraussetzung. Und dieser Schritt steht in den nächsten Monaten an.

Daher ist das Alte Land weiter auf dem Weg. Beide Verwaltungen und der Welterbeverein streben an, den kommunalpolitischen Gremien fristgemäß transparente Entscheidungsgrundlagen zu liefern. Über die weiteren Entwicklungen werden wir regelmäßig berichten.

Wenn es zu einer Bewerbung des Alten Landes kommt, gehen wir aktuell von insgesamt vier Kandidaten in Niedersachsen aus. Für diesen Fall hat das Ministerium in Hannover bereits angekündigt, für die engere fachliche Auswahl eine unabhängige Expertenkommission einzusetzen.

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