Ausflugstipp

Die Fernreise ist abgesagt, die Häuser an der Nord- und Ostsee sind ausgebucht: Urlaub in Corona-Zeiten ist keine einfache Angelegenheit. Für all diejenigen, die zu Hause bleiben (müssen), stellt das TAGEBLATT Ausflugstipps in der Region vor.

ALTES LAND. Mit der „MS Japsand“ und der Lühe-Schulau-Fähre verbinden zwei Fähren das Alte Land mit Hamburg. Die Strecke bietet sich als Rundkurs an: mit der einen Fähre hin, mit der anderen zurück. Zwei TAGEBLATT-Redakteure sind die Route mit dem Rad gefahren.

Von Mario Battmer und Björn Vasel

17 Kilometer trennen den Hafen in Schulau und den Fischmarkt in Altona. Aber unsere Tour startet zunächst in Steinkirchen. Der Fahrradladen Orlowski aus Steinkirchen hat uns Räder zur Verfügung gestellt, weitere Ausleihstationen gibt es unter anderem in Dollern oder auch Stade. Der erste Stopp: Die Kaffeeklappe in Twielenfleth, dort legt die Japsand in Richtung Fischmarkt ab.

Am Altländer Anleger warten um 10.45 Uhr bereits knapp 20 Passagiere auf die Fähre. Mal mehr, mal weniger Fahrgäste würden in Twielenfleth zusteigen, erzählt ein Mitarbeiter der Fähre. Auffällig viele Radfahrer steigen bei der Elblinie ein, darunter die Familien Suhm und Wiemann aus Fredenbeck und Schwinge. Auch sie haben sich die Rundtour nach Schulau und dann mit der Fähre dort als Ziel ausgesucht, verraten sie später am Hamburger Hafen. 90 Minuten dauert die Fahrt von Twielenfleth zum Fischmarkt. An Bord geht es schon an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei, wie der Containerabfertigung in Steinwerder oder dem Treppenviertel in Blankenese. Mehrfach passieren riesige Containerschiffe die Japsand mit staunenden Passagieren. Wenn die Elbphilharmonie am Horizont immer größer wird, ist der Hafen ganz nah.

Holpriger Start in Hamburg

Wer mag, kann auch erst mal einen Abstecher zur „Elphi“ machen, bevor die Radtour startet. Aufgrund der zurzeit geringen Besucherzahlen ist oft sogar ein spontaner Besuch der Plaza möglich. Und die Überfahrt mit Fähre und Fahrrad hindert natürlich auch niemanden daran, die weiteren Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden. Ein Abstecher etwa in die Speicherstadt, wo auch die Touristenmagneten Hamburg Dungeon und Miniaturwunderland zu Hause sind, dauert mit dem Rad nur 15 Minuten. Und auch sonst gibt es in Hamburg viel zu erleben.

Der Empfang in Hamburg deutet aber erst einmal nicht auf eine fahrradfreundliche Route hin. Erst sind da die Pflastersteine am Fischmarkt, dann die mangelnde Beschilderung für Radwege. Wer seinem ersten Impuls folgt, kommt an die Elbpromenade und muss sein Rad schieben. Dafür gibt es immerhin schnell den ersten Strand zu sehen. Wir wollen aber nicht schieben. Also geht es mit dem Rad in Richtung Elbchaussee. In Blankenese bieten markante Häuser zur Rechten und die Elbe zur Linken eine schöne Szenerie. Dennoch nutzen wir die erstbeste Gelegenheit, um wieder etwas näher an der Elbe zu fahren und rasen den Hindenburgpark hinab – einer von vielen öffentlichen Parks in Altona und Blankenese. Viele prachtvolle Anwesen und Grundstücke sind heute in den Händen der Stadt. Diese Parks bieten sich jederzeit für eine Rast an.

Je weiter wir den Fischmarkt hinter uns lassen, desto idyllischer wird die Strecke. Ungeahnt viele Wälder und Parks liegen auf der Strecke, wie der Waldpark Falkenstein oder die Wittenberger Heide. An vielen Ecken gibt es Dinge zu entdecken: hier ein Elbstrand, da ein kleiner unscheinbarer Hafen als Anlegeplatz. Segler oder Bootfahrer könnten auf der Tour neue Anlegeplätze für sich entdecken.

Die Route geht auch anders herum

Nachdem wir den langsam wachsenden Gewerbepark am Heizkraftwerk Wedel umfahren haben, nähert sich unsere Tour auf der Hamburger Seite nach etwa 3,5 Stunden dem Ende – zugegeben wir haben ordentlich in die Pedale getreten und waren mit einem Pedelec, also elektrischer Trittunterstützung unterwegs. Wer sich einige Sehenswürdigkeiten anschaut oder eine längere Pause macht, muss entsprechend mehr Zeit einplanen. Aber am Ende der Tour bietet auch der Hafen in Schulau verschiedene Möglichkeiten, noch irgendwo einzukehren, etwa am Fährhaus oder in einer angrenzenden Strandbar.

Die Route lässt sich natürlich genauso gut in der entgegengesetzten Richtung fahren. Die Lühe-Schulau-Fähre setzt regelmäßig nach Hamburg über. Um 16.50 Uhr fährt die Japsand wieder von Altona aus gen Altes Land. Die Einzelfahrt mit der Elblinie ab Twielenfleth kostet 14 Euro, ein Fahrradticket für die Lühe-Schulau-Fähre kostet 7,50 Euro. Weitere Preise und die Fahrpläne finden Sie im Internet.

www.luehe-schulau-faehre.de

www.elblinien.de

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